Entwicklungswirkung ermitteln: das GPR

Das Geschäftspolitische Projektrating

Um die geschäfts- und entwicklungspolitische Qualität der von ihr finanzierten Projekte  zu ermitteln, nutzt die DEG das Geschäftspolitische Projektrating (GPR). Das Steuerungs- und Monitoringinstrument wird über den gesamten Projektzyklus eingesetzt. Es ermöglicht Portfolioauswertungen sowohl ex-ante (zum Zeitpunkt der Verabschiedung eines Projekts) als auch ex-post (Ist-Zahlen während der operativen Phase nach mehrjährigem Betrieb).

Das GPR verknüpft in Form eines Indexpunktesystems vier "Messlatten":

1. Langfristige Rentabilität. Sie ist der Indikator für die finanzielle Nachhaltigkeit eines Projektunternehmens im Investitionsland. Ohne sie sind auch die übrigen entwicklungspolitischen Effekte eines Projektes nicht gesichert.

2. Entwicklungspolitische Effekte/Nachhaltigkeit. Hierbei wird nach Sektoren unterschieden: Bei produktiven Projektunternehmen der verarbeitenden Industrie sind dies quantitative Effekte wie z.B. Staatseinnahmen, Nettodeviseneffekte, Beiträge zu Beschäftigung sowie qualitative Effekte wie u.a. Technologie- / Know-how-Transfer, Aus- und Fortbildung, Umweltstandards, Sozialleistungen. Bei Finanzsektorprojekten und Private Equity-Fonds steht vor allem der Beitrag zur Finanzsektorentwicklung im Vordergrund (z.B. Ersparnismobilisierung, Diversifikation der Kreditallokation, mittelbare Förderung von kleinen und mittleren Unternehmen). Bei Infrastrukturprojekten ist insbesondere der Beitrag zur Schließung von Versorgungsengpässen oder zu Leistungssteigerungen (z.B. Tarifsenkungen) relevant.

3. Besondere Rolle der DEG. Hier wird erfasst, in welchem Maße die DEG im jeweiligen Projekt ihrer Rolle als entwicklungspolitisches Finanzierungs- und Beratungsinstitut gerecht wird. Es wird bewertet, inwiefern die DEG subsidiär tätig ist, ob sie aktiv zusätzliche weitere Mittel für ein Projektunternehmen mobilisiert (z.B. Arrangierung einer Parallelfinanzierung in einem Finanzierungspaket) und ob sie beratend tätig ist (Projektentwicklung).

4. Eigenkapitalverzinsung der DEG. Mit diesem Kriterium wird überprüft, in welchem Maße ein Projekt das Ziel einer angemessenen Eigenkapitalverzinsung erreicht, was auch notwendig ist für die Nachhaltigkeit des Wachstums der DEG.

Die vier Messlatten werden bei der Bewertung eines Projektes in einem GPR-Gesamtindex zusammengeführt. Die Gesamtindexwerte werden sechs Qualitätsgruppen zugeordnet, die eine Einstufung der Projekte von "sehr gut" bis "eindeutig unzureichend" ermöglichen (Notensystem von Note 1 bis 6). Da im DEG-Geschäft die entwicklungspolitischen Effekte einen besonderen Stellenwert haben, wird für die Messlatte 2 analog eine Qualitätseinstufung vorgenommen (EPOL-Note 1-6).


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