DEG - Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH

Navigation


Sprachauswahl




Europäische Entwicklungsfinanzierer wollen gemeinsamen Klimaschutz-Fonds gründen

Agence Française de Développement (AFD), die Europäische Investitionsbank (EIB) und die Europäischen Entwicklungsfinanzierungsinstitute (EDFI) werden einen gemeinsamen Klimaschutzfonds einrichten.

AFD, EIB und die EDFI-Mitglieder werden bei ihrem Treffen am Freitag in Brügge eine Absichtserklärung zur Einrichtung des Interact Climate Change Fund (ICCF) unterzeichnen. Die Beteiligten planen noch in diesem Jahr die Einrichtung einer investitionsorientierten Fazilität zur Förderung von Investitionen der Privatwirtschaft in Klimaschutzprojekte in Afrika, der Karibik- und Pazifikregion, Asien und Lateinamerika.

Die Institutionen verfügen über große Erfahrung bei Geschäftstätigkeiten in zahlreichen Entwicklungs- und Schwellenländern und haben ein gemeinsames Interesse an der Finanzierung von Klimaschutz- und Klimaeffizienzprojekten. Ziel ist, das Portfolio an klimafreundlichen privatwirtschaftlichen Investitionen in den Zielländern zu erweitern.

Die Beteiligten wollen, private Investoren in Entwicklungs- und Schwellenländern von der wirtschaftlichen Attraktivität klimafreundlicher Projekte überzeugen und verpflichten sich, als Leitinvestoren zu fungieren, um für zusätzliche langfristige Investitionen zu werben.

Die Institutionen werden auch den Einsatz sauberer Technologien als integralen Bestandteil wirtschaftlicher Entwicklung fördern und langfristige Finanzierungen für erneuerbare Energieprojekte in Ländern mit akuter Energieknappheit und begrenztem Zugang zu Energie zur Verfügung stellen.
Die Mittel sollen durch die Agence Française de Développement, die Europäische Investitionsbank – über die Cotonou-Fazilität – sowie durch 12 EDFI-Mitglieder bereitgestellt werden, namentlich durch BIO (Belgien), CDC (Großbritannien), COFIDES (Spanien), DEG (Deutschland), FINNFUND (Finnland), FMO (Niederlande), IFU (Dänemark), NORFUND (Norwegen), OeEB (Österreich), PROPARCO (Frankreich), Sifem (Schweiz) und SWEDFUND (Schweden).

Die Initiative verfolgt gleichzeitig das Ziel, die nachhaltige Entwicklung privater Klimaschutzprojekte zu fördern und die sinnvolle Zusammenarbeit zwischen den europäischen Entwicklungsinstituten, der AFD und der Europäischen Investitionsbank zu stärken.

Martin Curwen, Geschäftsführer der EIB für den Bereich von Geschäftstätigkeiten außerhalb der Europäischen Union und in Beitrittsländern, Jean Michel Debrat, Geschäftsführer der AFD sowie der EDFI-Vorsitzende Luc Rigouzzo betonten anlässlich der Vertragsunterzeichnung in Brügge ihr Engagement für die ICCF-Initiative.

Europäische Investitionsbank (EIB)

Die Europäische Investitionsbank, das Finanzinstitut der Europäischen Gemeinschaft, deren Gesellschafter die 27 EU-Mitgliedsstaaten sind, unterstützt Investitionsvorhaben zugunsten der europäischen Entwicklung und Zusammenarbeit.

Die Europäische Investitionsbank ist seit 1963 aktiver Entwicklungspartner in zahlreichen Ländern Afrikas, der Karibik- und Pazifikregion. Seit Übertragung ihrer sukzessiven Entwicklungsmandate in diesen Regionen hat die EIB EUR 11,7 Milliarden für 1.000 Projekte in 80 verschiedenen Ländern bereitgestellt. Seit 2003 werden die EIB-Tätigkeiten in Afrika, den Karibik- und Pazifikstaaten im Rahmen des AKP-EU Cotonou Partnerschaftsabkommens durchgeführt. Die Bank verwaltet die vom Europäischen Entwicklungsfonds geförderte Investitionsfazilität mit einem Volumen von EUR 3,5 Milliarden zur Finanzierung von Investitionsvorhaben in der Region durch risikotragfähige Finanzierungsinstrumente. Für den Zeitraum von 2007 bis 2013 kann die Bank darüber hinaus bis zu EUR 2 Milliarden aus Eigenmitteln bereitstellen, die durch eine Garantie der EU-Mitgliedsstaaten gedeckt sind.

Der Schwerpunkt der EIB-Darlehen in den AKP-Staaten liegt auf der Förderung privatwirtschaftlicher Initiativen einschließlich KMU-Investitionen zur Förderung des nachhaltigen Wirtschaftswachstums und Armutsbekämpfung. Darüber hinaus unterstützt die Bank öffentliche Projekte, die für die Privatwirtschaftsförderung und die Schaffung eines konkurrenzfähigen Geschäftsumfelds von wesentlicher Bedeutung sind.

Agence Française de Développement (AFD)

AFD steht für die französische Entwicklungsbehörde Agence Française de Développement. Die AFD ist ein staatliches Entwicklungsfinanzierungsinstitut, das sich seit annähernd 70 Jahren für die Unterstützung des Wirtschaftwachstums und die Armutsbekämpfung in Entwicklungsländern und den französischen Überseegebieten einsetzt. Die AFD ist für die Umsetzung der Entwicklungshilfepolitik der französischen Regierung zuständig.

Mit Büros in mehr als fünfzig Ländern und neun französischen Überseegebietern stellt die AFD Finanzierung und Unterstützung für Projekte zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen, zur Förderung des Wirtschaftswachstums und zum Schutz unseres Planeten bereit, z.B. für Schulbildung, Gesundheitsversorgung von Müttern, Hilfe für Landwirte und Kleinbetriebe, Wasserversorgung, den Erhalt von Tropenwäldern und den Kampf gegen den Klimawandel.
Von den EUR 6,2 Milliarden, die die AFP 2009 für die Finanzierung von Hilfsprojekten bereitstellt, entfallen 40% auf Klimaschutzprojekte. Die AFD stellte im letzten Jahr einen Betrag von EUR 2 Milliarden für Energieeffizienzprojekte und Projekte im Bereich erneuerbarer Energien zur Verfügung. Darüber hinaus beläuft sich das Engagement der AFD für Projekte im Umfeld des Klimaschutzprogramms, d.h. hauptsächlich im Bereich des Wasserressourcenschutzes in afrikanischen Ländern, mittlerweile auf EUR 430 Millionen. Diese Investitionen werden dazu beitragen, in den nächsten 20 Jahren die Emissionen von 5 Millionen Tonnen Kohlendioxid jährlich zu verhindern.

European Development Finance Institutions (EDFI)

EDFI, der Verband der europäischen Entwicklungsfinanzierungsinstitute, ist eine Gruppe von fünfzehn bilateralen europäischen Entwicklungsfinanzierern, deren Mitglieder langfristige Finanzierungen für Unternehmen der Privatwirtschaft in Entwicklungs- und Schwellenländern bereitstellen. Die Hauptziele der 1992 in Brüssel gegründeten EDFI umfassen die Förderung der Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedern und die Stärkung der Kontakte zwischen den EDFI-Mitgliedern und den EU-Institutionen. Ende 2009 betrug das Gesamtinvestitionsportfolio der EDFI-Mitglieder EUR 18,5 Milliarden für annähernd 4,000 Projekte. Die EDFI-Mitglieder sagten 2009 EUR 4,6 Milliarden für neue Projekte zu.

Die EDFI-Mitgliederorganisationen sind: BIO, Belgien - CDC, Großbritannien - COFIDES, Spanien - DEG, Deutschland - FINNFUND, Finnland - FMO, Holland - IFU/IØ, Dänemark - NORFUND, Norwegen - OeEB, Österreich - PROPARCO, Frankreich - SBI/BMI, Belgien - Sifem, Schweiz - SIMEST, Italien - SOFID, Portugal - SWEDFUND, Schweden


Weiterführender Link:

EDFI-Homepage
 


nach oben


Impressum, Kontakt, Datenschutz, Funktionen

Diese Seite