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Zum dritten Mal in Folge hat die DEG – Deutsche Investitions-
und Entwicklungsgesellschaft mbH ein Neugeschäft über einer
Milliarde Euro erzielt. Sie sagte im vergangenen Jahr rund 1,01
Mrd. Euro für die Finanzierung privater Investitionen in
Entwicklungs- und Schwellenländern zu (2008: 1,22 Mrd. Euro).
„Gerade zu einer Zeit, in der die Finanzströme in die
Entwicklungsländer deutlich zurückgegangen sind, ist die
unternehmerische Entwicklungszusammenarbeit gefordert, um
privatwirtschaftliches Engagement zu fördern“, sagte Bruno Wenn,
Sprecher der DEG-Geschäftsführung, anlässlich der
Jahrespressekonferenz in Köln.
Vor allem im ersten Halbjahr 2009 war die Nachfrage aufgrund der
Investitionszurückhaltung vieler Unternehmen nach langfristigen
Finanzierungen und Risikokapital geringer als erwartet. Aufgrund
der im Jahresverlauf anziehenden Konjunktur und eines reduzierten
Angebots an kommerziellen Finanzierungen nahm die Nachfrage nach
DEG-Finanzierungen zum Jahresende stark zu. Das Gesamtengagement
der DEG – das Portfolio im Eigenrisiko – stieg zum 31. Dezember
2009 um rund vier Prozent auf 4,6 Mrd. Euro.
Zum ersten Mal tätigte die DEG über ein Viertel ihres
Neugeschäfts in Afrika, wo sie insgesamt 266 Mio. Euro und damit
fast 50 Prozent mehr als im Vorjahr zusagte (2008: 179 Mio. Euro).
„Damit konnten wir in einem herausfordernden Geschäftsjahr die
Förderung für diesen entwicklungspolitisch wichtigen Kontinent
weiter ausbauen“, betonte Bruno Wenn. Der Großteil der Zusagen
entfiel auch im vergangenen Jahr auf Asien, wo die DEG 463 Mio.
Euro (2008: 451 Mio. Euro) investierte. In Lateinamerika wurden 198
Mio. Euro (2008: 342 Mio. Euro) zugesagt und in der Region Südost-
und Osteuropa 80 Mio. Euro (2008: 249 Mio. Euro). Die Begleitung
deutscher Partner ist ein wesentlicher Teil des DEG-Auftrags. Im
vergangenen Jahr unterstützte sie deutsche Unternehmen mit 137 Mio.
Euro (2008: 165 Mio. Euro) bei der Finanzierung ihrer
Auslandsinvestitionen. So errichtet der deutsche Mittelständler
Schwenk derzeit mit Unterstützung der DEG in Namibia das erste
Zementwerk des Landes.
Branchenbezogen lag der Schwerpunkt des Engagements erneut im
Finanzsektor. Mit 305 Mio. Euro entsprachen die Zusagen 2009 einem
Anteil von rund 30 Prozent des Neugeschäfts (2008: 487 Mio. Euro;
40 Prozent). Im Vordergrund standen Finanzierungen für Banken, die
dazu dienen, das Angebot an Finanzdienstleistungen insbesondere für
mittelständische Unternehmen zu verbessern. Für
Industrieunternehmen stellte die DEG mit 276 Mio. Euro rund 27
Prozent der Neuzusagen bereit. Diese tragen dazu bei, dass
qualifizierte Arbeitsplätze entstehen und der Know-how- und
Technologie-Transfer gefördert wird. Auf Infrastrukturmaßnahmen
entfiel mit 251 Mio. Euro knapp ein Viertel des Neugeschäfts.
Projekte der Agrar- und Ernährungswirtschaft waren mit 14 Prozent
vertreten. Der Einsatz von Risikokapital-Finanzierungen in Form von
Beteiligungen und beteiligungsähnlichen Darlehen summierte sich auf
379 Mio. Euro und betrug damit rund 37 Prozent des
Neugeschäfts.
Für Projekte mit einem besonders hohen Klimaschutzbeitrag stellte
die DEG 2009 über 160 Mio. Euro bereit.
Zusammen mit den im Jahr 2009 finanzierten Unternehmen hat die DEG
rund 196.000 Arbeitsplätze gefördert. Davon sind 15.200 neu
geschaffen worden. Darüber hinaus werden die mitfinanzierten
Unternehmen zu jährlichen Staatseinnahmen in Höhe von rund 570 Mio.
Euro beitragen und jährliche Nettodevisen in Höhe von rund 1,7 Mrd.
Euro erwirtschaften.
Einen zusätzlichen entwicklungspolitischen Akzent setzt das
Public-Private-Partnership-Programm (PPP), das die DEG im Auftrag
des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und
Entwicklung (BMZ) seit 1999 durchführt. Im vergangenen Jahr hat die
DEG 57 solcher PPP-Projekte mit 9,9 Mio. Euro aus öffentlichen
Mitteln gefördert.
„2010 wird die Förderung des Mittelstandes für uns besonders hohe
Priorität haben“, sagte DEG-Geschäftsführer Wenn zu den Plänen für
das laufende Jahr. „Die Bedeutung kleiner und mittlerer Unternehmen
für die Privatwirtschaft in Entwicklungsländern kann nicht hoch
genug eingeschätzt werden.“ Ferner plant die DEG für 2010, die
Klimafinanzierung vor allem im Bereich Erneuerbarer Energien weiter
auszubauen. Auch das Engagement im Versicherungssektor soll weiter
gestärkt werden. Die DEG geht für 2010 von einer konjunkturellen
Erholung der Märkte in ihren Partnerländern und einer steigenden
Nachfrage nach ihren langfristigen Finanzierung aus. Daher plant
sie für dieses Jahr wieder eine Steigerung des Neugeschäftsvolumens
auf 1,1 Mrd. Euro.
Die Presseerklärung im PDF-Format zum Download.