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Nachgefragt bei Hubertus Graf von Plettenberg, Bereichsleiter Unternehmensentwicklung bei der DEG

Meldung vom 28.10.2020 / DEG

Die Vereinten Nationen haben den 24. Oktober zum World Development Information Day, den Welttag der Informationen über Entwicklungsfragen, ausgerufen. Weltweit bietet der Tag Anlass, um über die internationale Zusammenarbeit, globale Herausforderungen und die Arbeitsweise von Entwicklungsorganisationen zu sprechen. Im Interview dazu: Hubertus Graf von Plettenberg, DEG-Bereichsleiter Unternehmensentwicklung.

Die DEG finanziert Unternehmen in Entwicklungs- und Schwellenländern. Wie kann sichergestellt werden, gerade auch in der aktuellen Pandemiesituation, dass die mitfinanzierten Unternehmen vertraglich vereinbarte Standards etwa im Umwelt- und Sozialbereich einhalten?

Wir setzen wir uns seit Jahren aktiv dafür ein, internationale Umwelt-, Sozial-, und Corporate-Governance-Standards in Entwicklungsländern zu etablieren und zu verbreiten. Dazu zählt, sorgfältige Umwelt- und Sozialprüfungen vorzunehmen und die Umsetzung vertraglich vereinbarter Aktionspläne durch die von uns mitfinanzierten Unternehmen eng zu verfolgen. Darum kümmert sich bei der DEG ein Team von erfahrenen Experten, unterstützt von externen Spezialisten. In der aktuellen Situation gibt es natürlich die besondere Herausforderung, dass Reisen in zahlreiche Partnerländer zurzeit nicht möglich sind. Aber auch hierfür gibt es Lösungen, etwa in Zusammenarbeit mit lokalen Experten.

Gibt es Investitionsvorhaben, die von der DEG grundsätzlich nicht mitfinanziert werden? Und wo kann man sich über DEG-finanzierte Vorhaben informieren?

Definitiv. Es gibt eine ganze Reihe von Aktivitäten, die wir nicht finanzieren – dazu zählen natürlich Kinder- und Zwangsarbeit, Produkte oder Geschäftstätigkeiten, die nach den Gesetzen oder Bestimmungen des Investitionslandes oder nach internationalen Konventionen oder Verträgen rechtswidrig sind sowie rassistische und/oder antidemokratische Medien. Darüber hinaus investieren wir in keine Unternehmen, bei denen Produkte wie Tabak, Waffen und Munition oder Wettgeschäfte einen wesentlichen Teil der finanzierten Geschäftstätigkeiten ausmachen, um nur einige Beispiele zu nennen. Alle Aktivitäten und Bereiche, in denen wir als DEG und auch die anderen europäischen Entwicklungsfinanzierer (EDFI) grundsätzlich nicht investieren, sind in der EDFI-DEG-Ausschlussliste aufgeführt, die auf unserer Website einsehbar ist.

Mit Blick auf die zweite Frage: Wir veröffentlichen on- und offline zahlreiche Informationen, darunter einen jährlichen Entwicklungspolitischen Bericht. Die DEG-Webpräsenz beinhaltet seit 2015 außerdem eine Datenbank, in der zu praktisch jeder neu zugesagten Finanzierung eine Information mit Angaben zum Investitionsvorhaben und dem mitfinanzierten Unternehmen veröffentlicht wird. Dabei geht es um von der DEG bereitgestellte Mittel in Form von Krediten oder Beteiligungen, also nicht um Steuermittel. Besonders erfreulich finde ich, dass über 90 Prozent der Unternehmen vertraglich der Veröffentlichung dieser Informationen zustimmen.

Und wie misst die DEG die tatsächlichen Wirkungen ihrer Investitionen?

Wir nutzen dafür eine von uns im Austausch mit Impactmessungs-Experten entwickelte Methode, die mittlerweile von mehreren Entwicklungsfinanzierern angewendet wird: das Development Effectiveness Rating (DERa). Darin werden jährlich für jeden Kunden quantitative und qualitative Indikatoren zur Entwicklungsmessung erhoben und in fünf Bereiche zusammengefasst: gute und faire Beschäftigung, lokales Einkommen, Entwicklung von Märkten und Sektoren, umweltverträgliches Wirtschaften und Nutzen für lokale Gemeinden. Mit diesen regelmäßig erhobenen Daten können wir die Entwicklung auch über die Jahre sichtbar machen und sehen, welche Bereiche erfolgversprechend sind und wo noch Handlungsbedarf besteht – und beispielsweise gezielt mit unseren Kunden an Nachhaltigkeitsthemen arbeiten. Und das ist gerade auch in Entwicklungsländern mit ihren besonderen Herausforderungen wichtig.

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