Meldung vom 29.06.2026 / DEG
DEG und BMZ bauen GIIF weiter aus
Die DEG und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) haben gemeinsam den Entwicklungsförderungsfonds Globaler Innovativer Investitionsfonds (GIIF) initiiert, der die Finanzierung von privatwirtschaftlichen Vorhaben mit erhöhten Risiken und zugleich besonderen Entwicklungswirkungen möglich macht.
Anlageoptionen für institutionelle Investoren
Jetzt erfolgt die Öffnung des GIIF für private institutionelle Investoren: Über diesen zusätzlichen Hebel können weitere, dringend benötigte Mittel für privatwirtschaftliche Investitionen in Entwicklungs- und Schwellenländern mobilisiert werden. Damit wird Investoren eine attraktive Möglichkeit des Engagements in aufstrebenden Märkten eröffnet, die im Zusammenspiel von öffentlicher Hand und Privatsektor zudem haushaltschonend wirkt.
Im Rahmen der Hamburg Sustainability Conference wurde am 29. Juni 2026 mit der global tätigen Versicherungsgesellschaft MSIG USA (MSIG Specialty Insurance USA Inc.) ein Investment-Memorandum of Understanding als Ausfallversicherung zur Absicherung eines Kreditportfolios in Höhe von 500 Millionen US-Dollar unterschrieben.
„Als DEG ist unser Auftrag, private Investitionen mit hoher entwicklungspolitischer Wirkung zu finanzieren. Über die auf Fondsberatung spezialisierte DEG Impact mobilisieren wir zusätzliches Kapital genau dort, wo es am dringendsten benötigt wird. Die heutige Vereinbarung mit MSIG USA und GIIF ist ein klarer Machbarkeitsnachweis: Unsere portfoliobasierten Garantiestrukturen helfen dabei, institutionelle Investoren für Schwellen- und Entwicklungsmärkte zu gewinnen. Wir freuen uns sehr, die Partnerschaft zwischen öffentlichen und privaten Akteuren zu fördern und damit eine neue Stufe wirkungsvoller Zusammenarbeit zu erschließen,” erklärte Monika Beck, DEG-Geschäftsführerin anlässlich der Unterzeichnung.
„MSIG USA ist stolz darauf, gemeinsam mit der DEG und ihren Partnern daran mitzuwirken, diese innovative Initiative zur Finanzierung nachhaltiger Investitionen in Entwicklungsmärkten weiter auszubauen. Nachhaltiges Wirtschaftswachstum und Resilienz zu stärken, steht in engem Einklang mit unserem übergeordneten Ziel, zur Entwicklung einer dynamischeren Gesellschaft beizutragen und eine lebenswerte Zukunft für die Erde zu sichern. Wir sind uns der wichtigen Rolle bewusst, die Organisationen des Privatsektors dabei spielen, Investitionen dort zu mobilisieren, wo sie bedeutende, langfristige Wirkung generieren können. Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit der DEG dies voranzutreiben,“ sagte Dan Riordan, Leiter Political Risk, Credit & Surety, MSIG USA
„Die Weiterentwicklung des Globalen Innovativen Investitionsfonds (GIIF) und seine Öffnung für institutionelle Investoren ist ein echter Meilenstein: Der gemeinsam vom BMZ und der DEG entwickelte GIIF ist einer der ersten Entwicklungsförderungsfonds mit Sitz in Deutschland. Er bietet eine attraktive Anlageoption für Investoren und trägt gleichzeitig zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele bei. Entwicklungswirksame Investitionen von privaten Partnern ergänzen öffentliche Investitionen und haben demnach eine hohe Hebelwirkung,“ kommentierte BMZ-Staatssekretär Niels Annen.
„Privates Kapital zu mobilisieren, um global wichtige Zukunftsaufgaben finanzieren und gestalten zu können, ist heute wichtiger denn je. Als KfW setzen wir uns in unserer gesamten internationalen Finanzierung dafür ein. Dass wir heute anlässlich der Hamburg Sustainability Conference den nächsten wichtigen Schritt beim gemeinsam vom BMZ und der KfW-Tochter DEG entwickelten GIIF gehen können, freut mich und unterstütze ich sehr. Die Öffnung für institutionelle Investoren ermöglicht, mehr privates Kapital in erheblichem Umfang zu mobilisieren und damit mehr entwicklungswirksame Investitionen realisieren zu können,“ ergänzte Christiane Laibach, Vorständin der KfW.
GIIF: innovatives Ko-Finanzierungsinstrument
Der 2019 initiierte Globale Innovative Investitionsfonds (GIIF) ermöglicht die Ko-Finanzierung von privatwirtschaftlichen Vorhaben mit erhöhten Risiken, die besondere Entwicklungswirkungen haben. Dafür werden DEG-Eigenmittel mit GIIF-Mitteln kombiniert, die vom BMZ über eine haushaltsschonende, revolvierende Fondsstruktur mit Sitz in Deutschland bereitgestellt werden. Durch die Weiterentwicklung des Mechanismus wird zusätzliches privates Kapital mobilisiert. Investiert werden kann in Entwicklungs- und Schwellenländern gemäß der OECD DAC-Länderliste (ausgenommen VR China). Der Fokus liegt auf Branchen mit hohem entwicklungspo0litischem Mehrwert wie etwa Beschäftigungswirkungen, Marktentwicklung oder Stabilisierung wirtschaftlicher Wertschöpfungsketten.
Der GIIF ist einer der ersten Entwicklungsförderungsfonds mit Sitz in Deutschland. Privaten Investoren bietet GIIF die Chance, verstärkt in dynamische Entwicklungs- und Schwellenländer zu investieren und so ihre Anlagestrategien zu diversifizieren. Durch den revolvierenden Mitteleinsatz wird eine hohe Mitteleffizienz erreicht. Die Akquisition, Prüfung und Strukturierung von Vorhaben, die mit GIIF-Mitteln kofinanziert werden sollen, erfolgt in Zusammenarbeit mit der DEG, ebenso das laufende Monitoring nach Finanzierungszusage. Die Projekte werden nach klar definierten entwicklungspolitischen und betriebswirtschaftlichen Investitionskriterien ausgewählt. Die geförderten Vorhaben generieren nachweislich Entwicklungswirkungen. Die DEG berät die Unternehmen dabei, ihre Geschäftsmodelle nachhaltig und effizient weiterzuentwickeln. So werden etwa Lieferketten diversifiziert und gestärkt sowie globale Güter geschützt.
Mit GIIF können nicht nur Finanzierungen in Euro oder US-Dollar, sondern auch in Lokalwährungen bereitgestellt werden. Durch Währungsabsicherungen in Zusammenarbeit mit dem Lokalwährungsfonds TCX werden Wechselkursrisiken für Kunden reduziert. Das ist vor allem für lokale Unternehmen ohne Zugang zu Devisen etwa durch Exporterlöse relevant.
Das GIIF-Portfolio umfasst aktuell rund 207 Millionen EUR in Form von Darlehen und Beteiligungen, womit 25 Investitionsvorhaben privater Unternehmen in Ländern wie Bangladesch, Ecuador, Marokko oder Tansania als Ko-Finanzierungen ermöglicht werden. Das Gesamtzusagevolumen der von DEG und GIIF dafür bereitgestellten Mittel beläuft sich aktuell auf insgesamt knapp 600 Millionen EUR.
Noch mehr Wirkung: durch Kombination von DEG-Eigenmitteln und Mitteln weiterer Investoren
Die DEG – Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH berät und finanziert seit mehr als 60 Jahren Unternehmen, die in Entwicklungs- und Schwellenländen investieren, mit langfristigen Darlehen, Mezzaninfinanzierungen und Beteiligungen aus eigenen Mitteln. Langfristiges Kapital, das in diesen Entwicklungsländern oft kaum erhältlich ist. Die KfW-Tochtergesellschaft DEG investiert auch in lokale Banken und Finanzdienstleister, die vor Ort vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit Finanzierungen versorgen. Zusätzlich berät und begleitet sie ihre Kunden bei der Gestaltung ihrer Investitionsvorhaben und anstehender Transformationsprozesse.
Außerdem mobilisiert die DEG zusätzliches Kapital von Investoren, um größere Finanzierungen und Investitionen in risikoreichen Kontexten zu ermöglichen. Dazu kooperiert sie mit privaten und öffentlichen Akteuren wie den europäischen Entwicklungsfinanzierern (EDFI), der IFC der Weltbankgruppe und der EU über den European Fund for Sustainable Development Plus (EFSD+) und privaten Finanzdienstleistern.
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