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Unsere Geschichte

DEG-Gründer Walter Scheel
Der damalige Bundesminister Walter Scheel bei der ersten Pressekonferenz der DEG

Die Anfänge

Die DEG wird am 14. September 1962 als "Deutsche Gesellschaft für wirtschaftliche Zusammenarbeit mbH" in Köln gegründet. Das Konzept entwickelt Kai-Uwe von Hassel, damals schleswig-holsteinischer Ministerpräsident, gemeinsam mit Walter Scheel, Deutschlands erstem Entwicklungshilfeminister. Beide sind bereits seit den 1950er Jahren entwicklungspolitisch engagiert.

Die Idee der Gründer: Die DEG soll die Länder der damals so genannten "Dritten Welt" beim Aufbau der Privatwirtschaft unterstützen und den deutschen Mittelstand auf seinem Weg in die internationalen Märkte begleiten. Im Fokus steht zunächst Afrika. Erstes Projekt ist die Gründung einer Gesellschaft zur Finanzierung kleiner Produktionsbetriebe zusammen mit dem Wirtschaftsministerium in Tansania. Die DEG konzentriert sich dabei zunächst auf die Förderung von kleineren Unternehmen aus dem verarbeitenden Gewerbe.

Eine Afrikanerin in der Landwirtschaft
Agrarwirtschaft und verarbeitendes Gewerbe als Schwerpunkte am Anfang.

Langen Atem beweisen

In den ersten zehn Jahren investiert die DEG 171 Millionen D-Mark für die Gründung von 120 Unternehmen in 40 Ländern – damals noch nicht auf eigenes Risiko, sondern mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit. Am Habsburgerring in Köln arbeiten zunächst 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Die Anfangsjahre gestalten sich schwierig und die DEG muss Geduld, Beharrlichkeit und langen Atem bei der Umsetzung ihres Auftrags beweisen. Das politisch vorgegebene Finanzierungsformat sind damals Joint Ventures mit deutschen Unternehmen. Dafür müssen lokale Partner vor Ort gefunden werden.

Ein anspruchsvolles Konzept, denn die Rahmenbedingungen in den meisten Partnerländern sind schwierig. Die DEG beweist Standhaftigkeit und Ideenreichtum. Sie finanziert verstärkt über Beteiligungen an lokalen Entwicklungsbanken Gründungen kleiner und mittlerer Unternehmen und schafft damit für immer mehr Menschen Arbeit und Einkommen: Bis 1982 entstehen über 125.000 Arbeitsplätze.

Neue Märkte erschließen

Infolge der weltweiten Rezession zu Beginn der 80er Jahre werden öffentliche Mittel knapp. Die DEG reagiert darauf mit einer Reform: Sie wird vom Entwicklungsförderer zum Finanzierungsinstitut und orientiert sich dabei an internationalen Bankenstandards. Um die Rentabilität ihrer Projekte zu gewährleisten, werden eigene Bewertungsverfahren entwickelt. Darlehen finanziert sie fortan auf eigenes Risiko und nimmt dazu verstärkt Mittel am Kapitalmarkt auf.

Und sie erschließt sich neue Märkte: Nach Wegfall der Vorgabe des Bundes, nur Projekte mit deutscher Beteiligung zu fördern, entwickelt die DEG neue geschäftspolitische Ziele. Sie engagiert sich in Süd-Süd-Kooperationen, Infrastrukturprojekten und seit 1990 auch in den Transformationsländern Osteuropas und der früheren Sowjetunion. Dort begleitet sie den Wandel von der Plan- zur Marktwirtschaft, etwa mit Kreditlinien an lokale Banken und mit direkten Finanzierungen für Unternehmen.

Für die bessere Betreuung vor Ort werden in den Partnerländern eigene Büros eingerichtet. Die Umstrukturierungen rechnen sich. Ende der 90er Jahre sagt die DEG jährlich umgerechnet rund 360 Millionen Euro neue Mittel zu.

Ein Tochterunternehmen der KfW

Im Jahr 2001 erwirbt die KfW die DEG – ein erster Schritt zur Bündelung der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Die DEG ist nun Teil der KfW Bankengruppe und deren internationalen Projektaktivitäten. Dazu zählen auch die Exportfinanzierung und die Finanzielle Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern. Von der Zugehörigkeit zur KfW profitiert die DEG erheblich: Die Bonität der KfW verschafft ihr bessere Konditionen auf dem Kapitalmarkt, und die gemeinsame Nutzung von nun über 70 Außenbüros vereinfacht und beflügelt die Betreuung der Kunden. Diese positiven Effekte geben der Privatwirtschaftsförderung noch mehr Schub.

Auf drei Standorte im Kölner Westen verteilt, arbeiten Ende 2007 rund 380 Menschen bei der DEG. Das Unternehmen braucht mehr Platz und will sichtbarer werden: Denn in Köln ist die DEG weniger bekannt als im Rest der Welt. Bis 2008 entsteht in der Kämmergasse der neue Hauptsitz der DEG: 14.500 Quadratmeter, Arbeitsplätze, Konferenzräume, Archiv, Küche und Casino. Nur 250 Meter entfernt vom Neumarkt, den zentralen Einkaufsmeilen und mit Blick auf den Dom. Umzug und Einweihung finden im September 2008 statt.

Und das Unternehmen wächst weiter: 2017 hat die DEG ihren Erweiterungsbau in unmittelbarer Nachbarschaft zum Hauptgebäude eingeweiht.

DEG-Gebäude Köln
Die Zentrale der DEG in Köln.

Mehr als ein halbes Jahrhundert Erfahrung

Inzwischen hat die DEG mehr als ein halbes Jahrhundert an Erfahrung in der Entwicklungsfinanzierung. Dass sie dabei gut unterwegs war, zeigt sich auch in Zahlen: Ihr Portfolio beläuft sich aktuell auf rund 8,3 Milliarden Euro. Finanziert werden damit Investitionen in rund 80 Ländern.

Rund 570 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ermöglichen diese Erfolge heute – mit viel Engagement und Sachverstand. Sie arbeiten nicht nur in Köln, sondern auch in den dreizehn Büros der DEG rund um den Globus.